Der Recruiting-Funnel: erstellen & verbessern

Es wäre nicht ratsam, dem Traumpartner beim ersten Date einen Heiratsantrag zu machen. Du arbeitest dich schrittweise vorwärts. Genauso beim Recruiting. HR-Experten und hippe Marketingfuzzis (dazu gehöre ich) nennen das in der Fachsprache einen Recruiting-Funnel.

Der Recruiting-Funnel basiert im Kern auf denselben Prinzipien wie bekannte Sales-Funnel. Kunden, in deinem Fall potenzielle Bewerbende, werden wie durch einen Trichter (Funnel) geleitet und das bis zum gewünschten Ergebnis: die Bewerbung

In diesem Artikel erklären wir dir:

  • was einen guten Rekrutierungstrichter ausmacht
  • wie und womit dieser aufgebaut wird
  • und welche Fehler es zu vermeiden gibt

Dazu bekommst du Empfehlung zu geeigneten Tools und ein paar Geheimtipps von uns.

Inhalt

    Was ist ein Recruiting-Funnel

    Der Definition nach ist der Recruiting-Funnel ein Model, dass die Schritte oder auch Phasen im Bewerbungsprozess deiner Wunschkandidaten abbildet. Beginnend mit der Erregung von Aufmerksamkeit bis hin zur Bewerbung oder gar einen Schritt weiter, der Vertragsunterzeichnung.

    Weitere Bezeichnungen, die dir unterkommen, könnten wären: talent acquisition funnel, Social-Funnel (dazu gleich mehr) und Job- oder HR-Funnel.

    Der klassische Recruiting-Funnel ist also ein strategischer Prozess, der potenzielle Bewerbende durch verschiedene Phasen führt. Von der Entdeckung bis zur Einstellung bildest du damit die Kandidatenreise eines Bewerbenden (Candidate Persona) ab.

     

    Häufig wird er dabei in 5 Phasen unterteilt:

    • Aufmerksamkeit
    • Interesse
    • Bewerbung
    • Auswahl
    • Vertrag

    In jeder Phase springen Kandidaten ab oder werden gezielt aussortiert. Der Bewerberpool wird also zum Ende hin immer enger, weshalb der Recruiting-Funnel meist als Trichter oder auch Sieb dargestellt wird.

     

    Recruiting-Funnel – Unterschiede auf einen Blick

    Den Recruiting-Funnel gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Abwandlungen. Teilweise wird die Anzahl der Phasen wie beim Bewerberfunnel reduziert, teilweise wird er komplett auf eine Personalmarketing-Maßnahme heruntergebrochen. Die modernste Version ist die Weiterentwicklung zum Recruiting-Wheel.

    Die Varianten der Recruiting-Funnel

    Das Prinzip eines Bewerberfunnel und Recruiting-Funnels arbeitet ähnlich der AIDA-Formel: Attention, Interest, Desire und Action. Das Recruiting-Wheel hingegen ist wie ein fortlaufender Prozess, bei dem besonders deine Arbeitgebermarke und die Mitarbeiterbindung eine Rolle spielen.

    Nachfolgend ein Überblick der Varianten:

    • der klassische Recruiting-Funnel
    • der Bewerberfunnel
    • das Recruiting-Wheel

     

    Die folgende Tabelle verschafft dir einen Überblick über die verschiedenen Konzepte. Danach steigen wir etwas tiefer in die hier genannten Modelle und Tools ein.

    Recruiting Funnel Varianten
    Bewerberfunnel, Recruiting-Funnel und Recruiting-Wheel
    Funnel-VarianteDefinition
    Recruiting FunnelDer Recruiting-Funnel bildet den gesamten Recruitingprozess ab. Vom ersten Kontaktpunkt bis zur Einstellung der Kandidaten.
    Bewerber FunnelDer Bewerberfunnel endet mit dem Absenden der Bewerbung. Die aktive Handlung von Seiten der Kandidaten ist abgeschlossen.
    Recruiting WheelDas Recruiting-Wheel geht über die Einstellung hinaus und macht Mitarbeitende zu Markenbotschaftern. Außerdem setzt es Methoden des Inbound-Marketings ein, um potenzielle Kandidaten über Jahre zu bespielen.
    Social Recruiting FunnelDer Social-Recruiting-Funnel bildet einen Bewerberfunnel in einer mobil optimierten Webapplikation ab. Er wird häufig über Social Media beworben und daher als Social-Recruiting-Funnel bezeichnet.
    Tabelle Recruiting-Funnel-Varianten
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    Sonderfall Social-Recruiting-Funnel

    Der Begriff Recruiting-Funnel wird auch sehr häufig für eine Technik im Social Media Recruiting genutzt. Dabei wird der Traffic von einer Recruiting-Kampagne mit bezahlter Werbung auf Social Media auf eine Landingpage geleitet, wo die Nutzer durch verschiedene Schritte durchgeführt werden.

    Diese Landingpages sind meistens mit einem Tool gebaut. 2 der bekanntesten sind Perspective und Meetovo.

    Der Fachbegriff hierfür lautet eigentlich Performance Recruiting. Aber auch hier wird wieder ein Personalmarketing-Werkzeug, wie bei der Karriereseite, als Funnel abgebildet. Da Performance Recruiting ein eigenes, riesiges Thema darstellt, haben wir dafür einen eigenen Artikel geschrieben.

    Du findest den Artikel im Ratgeber für Performance Recruiting.

    Der Recruiting-Funnel als Analyse-Instrument für Personalmarketing

    Gerne wird ein Recruiting-Funnel auch benutzt, um einzelne Personalmarketing Maßnahmen in Phasen zu unterteilen und dort wiederum Schwachstellen zu identifizieren und gezielt zu optimieren. Wobei du vielleicht schon merkst, wenn du die Konzepte oben verinnerlicht hast: Genau genommen ist das dann gar kein Recruiting-Funnel, sondern nur ein Bewerberfunnel. Aber dazu kommen wir später nochmal.

    Wir zeigen das mal am Beispiel einer Karriereseite mit stark vereinfachten Zahlen.

    Hierzu wird die Nutzung der Karriereseite bis zur Absendung der Bewerbung in 4 Schritte unterteilt. Mittels Webanalyse-Tools wird exakt gemessen, was in welchem Schritt passiert.

    Beispiel Absprungraten im Recruitingfunnel
    Analyse eines Recruiting Funnels

     

    Schnell wird klar: vor allem die Absprungrate zwischen Schritt 3 zu Schritt 4 ist mit einer Absprungrate von 96 % enorm. Ohne die Analyse in einem Funnel hättest du wahrscheinlich die gesamte Karriereseite oder womöglich sogar die komplette Recruiting-Kampagne infrage gestellt. So aber weißt du, dass deine Stellenanzeigen das Problem sind.

    Das gezielte Verbessern der Stellenanzeigen ist dann dein Hauptaugenmerk und sollte an die Karriereseite angepasst werden. Wenn Ihr noch keine Karriereseite habt, solltet Ihr das schnell nachholen!

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     Eine Karriereseite als Fundament für erfolgreiches Recruiting

    Wenn dein Unternehmen noch keine anständige Karriereseite hat, wird es höchste Zeit dafür! Gerne unterstützen wir dich als spezialisierte Employer Branding Agentur für Karriereseiten.

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    Möchtest du lieber erstmal selbst loslegen, haben wir auch dafür den idealen Ratgeber kostenfrei für dich zusammengestellt.

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    Vorteile eines Recruiting-Funnels

    Bevor wir uns die Nachteile ansehen, sehen wir uns erstmal die klaren Vorzüge eines Recruiting Funnels an. Wir sehen 3 primäre Faktoren, die einen Recruiting-Funnel sinnvoll machen:

    1. Schwachstellen schneller identifizieren

    Ein Funnel unterteilt automatisch in 5 Phasen. So kannst du Schwachstellen im Recruitingprozess viel einfacher identifizieren.

    Fällt dir beispielsweise auf, dass von Phase 2 auf 3 extrem viele Kandidaten abspringen, weißt du, in welchem Schritt deines Funnels die Schwachstelle liegt.

    2. Gezielte Optimierungen

    Auch hier kommen dir wieder die 5 Phasen zugute. Vielleicht ist dein Bewerbungsprozess großartig, aber deine Kampagnen grauenvoll.

    Dadurch, dass du mithilfe des Funnels die Schwachstelle kennst, kannst du extrem zeiteffizient optimieren. Hättest du zuvor im Blindflug den ganzen Prozess infrage gestellt und überall herumgeschraubt, kannst du nun deine Optimierungen auf den größten Engpass ausrichten.

    3. Teamübergreifende Verantwortung

    Oft liegt die gesamte Verantwortung der Personalgewinnung im HR. Die Anforderungen an HR-Teams werden jedoch immer umfangreicher.

    Und eigentlich werden hier Fähigkeiten benötigt, die eine Abteilung alleine gar nicht gut abbilden kann. Zumindest, wenn man sie denn richtig gut machen will. Schauen wir uns die Fähigkeiten genauer an, die man für einen Recruiting-Funnel braucht, ergeben sich schnell klare Verantwortliche:

    • Aufmerksamkeit ➯ Aufgabe des (Online) Marketing-Teams
    • Interesse ➯ Aufgabe des Employer Branding Teams durch EVP-Entwicklung
    • Bewerbung ➯ Aufgabe des UX- und Web-Teams
    • Auswahl ➯ Aufgabe des HR-Teams
    • Vertrag ➯ Aufgabe des HR-Teams oder Geschäftsführung

    Mit einem Recruiting-Funnel kannst du also die Verantwortung an verschiedene Teams übertragen. So liegen Aufgaben dort, wo die entsprechenden Stärken liegen.

    Die Projektleitung sollte jedoch zentral gesteuert sein, sinnvollerweise im HR. Bei unterschiedlichen Abteilungen oder deutlich größeren Unternehmen, empfehlen wir eine Führungsperson aus dem Employer Branding Management zu bestimmen, die das ganze je Team überblickt.

     

    Einen Recruiting-Funnel richtig aufbauen

    Zur Wiederholung nochmal die 5 Phasen eines klassischen Recruiting-Funnels, der die komplette Candidate Journey abbildet:

    1. Die Aufmerksamkeit der Kandidaten erregen
    2. Das Interesse der Kandidaten wecken
    3. Eine Bewerbung der Kandidaten erhalten
    4. Die Auswahl von passenden Kandidaten
    5. Die Verhandlung und Unterzeichnung des Arbeitsvertrags

    In jeder dieser Phasen gibt es diverse Risiken, die Wunschkandidaten zu verlieren. Aber auch die Möglichkeit, die perfekt passende Person zu selektieren und zu begeistern.

    Bonustipp: Unserer Erfahrung nach fährst du am besten, wenn du die Recruiting-Funnel auf die jeweilige Candidate Persona ausrichtest. Die dadurch generierten Daten helfen auch bei künftigen Recruitingmaßnahmen weiter.

    Recruiting Funnel Beispielaufbau

    Wir zeigen nun den detaillierten Prozess an einem Recruiting-Funnel Beispiel:

    eispielhafter Aufbau eines Recruiting-Funnels
    Beispielaufbau eines Recruiting-Funnels

     

    Phase 1: Aufmerksamkeit

    In der Aufmerksamkeitsphase unseres Beispiel Recruiting-Funnels wollen wir möglichst viele Wunschkandidaten oben in den Trichter „werfen“. Denn in jeder Phase des Recruiting-Funnels wird die Anzahl der Kandidaten weniger!

    Das Ziel: Möglichst viele Kandidaten auf eine Landingpage bekommen.

    Fähigkeiten: Marketing

    Um das Ziel zu erreichen, musst du Sichtbarkeit erlangen und mit aufmerksamkeitsstarken Recruiting Kampagnen einen stetigen Zulauf an Bewerbertraffic generieren.

    Das geht mit Personalmarketing Werkzeugen wie:

    • Social Media Recruiting
    • Eine in Suchmaschinen gut sichtbare Karriereseite
    • Gute Arbeitgeberbewertungen auf Kununu & Co
    • YouTube und Videomarketing
    • Influencer Marketing
    • Personal Branding Maßnahmen wie CEO Branding
    • Bezahlte Werbekampagnen über Social Media und Google Ads (Performance Recruiting)
    • Banner und Display Werbung im Allgemeinen (Performance Recruiting)
    • Corporate Blog und Content-Marketing
    • Pressearbeit oder Gastbeiträge in fremden Blogs und Fachzeitschriften
    • Stellenausschreibungen in Jobportalen und Google for Jobs
    • Netzwerkveranstaltungen und Azubiabende, etc.
    • Präsenz auf Kongressen und Messen, bestenfalls sogar auf der Bühne
    • Eigene Events wie Tag der offenen Tür, Meetups, Stammtische
    • Hochschulkontaktbörsen & Ausbildungsmessen
    • Berufsorientierungstage & Schulpraktika
    • Sponsoring
    • Zeitungsinserate, Plakate oder Autowerbung

    Quantität hat in der Aufmerksamkeitsphase erstmal Priorität.

    Du kannst jedoch auch in dieser Phase schon an der Qualität des Traffics arbeiten. Dazu empfiehlt es sich, eine Candidate Persona zu erstellen. Diese ermöglicht zielgruppengerechte Recruiting Kampagnen, womit du sowohl die Qualität und sogar die Quantität massiv steigern kannst.

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    Hilfreiche Ressourcen für eure Personalmarketing-Maßnahmen:

    ➯ Der große Überblick zu allen Personalmarketing Instrumenten mit einer Anleitung für die Top 10 Kanäle

    ➯ Ratgeber für Social Media Recruiting

    ➯ Ratgeber für Performance Recruiting Kampagnen

     

    Phase 2: Interesse

    Sobald du die Aufmerksamkeit von potenziellen Mitarbeitenden gewonnen hast, solltest du möglichst schnell näheres Interesse an deinem Unternehmen und konkreten Jobs wecken.

    Das Ziel: Arbeitgeber attraktiv darstellen

    Fähigkeiten: Employer Branding, Unternehmensstrategie

    Dabei ist es wichtig, dass du dich als attraktiven Arbeitgebenden präsentierst. Du musst Argumente liefern, warum sich die Person ausgerechnet bei dir bewerben soll.

    Diese Phase des Recruiting-Funnels ist elementar! Der Kern der Phase ist das Arbeitgeberversprechen, auch Employer Value Proposition (EVP) genannt. Deine Employer Value Proposition ist das Nutzenversprechen für deine Mitarbeitende. Also die Summe aller Leistungen, die du als Arbeitgeber anbietest.

    Inhalte der Employer Value Proposition

    • Vergütung und Zusatzleitungen (Benefits)
    • Purpose
    • Führungsstil & Teamdynamik
    • Weiterentwicklung und Karriere
    • Work-Life-Balance
    • Identität
    • Arbeitsplatzausstattung & Atmosphäre

    Die Kommunikation der EVP erfolgt (digital) über deine Karriereseite und in deinen attraktiven Stellenanzeigen. Sieh diese Kanäle als das Tinder-Profil deines Unternehmens, das auf deine Traum-Kandidaten möglichst attraktiv wirken soll!

    Wenn du noch keine EVP hast, steht dir unser Leitfaden dafür zur Verfügung:

    Eigene EVP erstellen

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    Die größten Hebel, um Interesse zu wecken

    In Phase 2 des Recruiting-Funnels sind die Qualität deiner EVP und die Kommunikation dieser über die Karriereseite und deine Stellenanzeigen die besten Mittel zum Erfolg.

    Und natürlich haben wir auch dafür spezifische Ratgeber parat, solltest du diese Themen angehen wollen:

    ➯ Ratgeber für mehr Arbeitgeberattraktivität

    ➯ Ratgeber für eine attraktive Karriereseite

    ➯ Ratgeber für verführerische Stellenanzeigen

    Phase 3: Bewerbung

    Du hast nun zwei große Hürden geschafft und die Kandidaten wurden überzeugt. Sie wollen sich bei dir bewerben!

    Achtung: Diese Phase in deinem Recruiting-Funnel beinhaltet einige Stolpersteine und wird sehr oft völlig unterschätzt. Hier springen viel mehr Kandidaten ab als du vielleicht erwarten würdest.

    Das Ziel: Abschluss der Conversion (Bewerbung)

    Fähigkeiten: UX bzw. Candidate Experience, Marketing, Webdesign

    Damit du verstehst, wie wichtig es ist, den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich zu gestalten, habe ich dir ein kleines Negativ-Beispiel mitgebracht.

    Beispiel für eine negative Bewerbungs-Erfahrung

    Daniel Schoch - Strategieberater

    Deine Traumkandidatin, eine Programmiererin in Festanstellung.

    Sie sucht nicht aktiv nach einem neuen Job, wäre bei einem spannenden Angebot aber bereit zu wechseln.

    Es ist Sonntagabend um 22:00 Uhr. Deine Traumkandidatin scrollt durch Instagram. Dort erreicht sie eine spannende Recruiting-Kampagne. Sie klickt auf die Anzeige und landet auf deiner Karriereseite.

    Das dort kommunizierte Arbeitgeberversprechen spricht sie sofort an. Sie klickt auf „Jetzt bewerben“.

    Sie landet auf einem nicht mobil optimierten Bewerbungsformular. Uff, ist das hässlich. Und das soll ein moderner Arbeitgeber sein?

    Egal, sie fängt an, das Formular auszufüllen. Jetzt wird der Upload von Bewerbungsanschreiben, Zeugnis und Lebenslauf gefordert. Und zwar als Pflichtfeld! Deine Traumkandidatin springt ab.

    Warum?
    Sie ist seit 8 Jahren fest angestellt und hat daher keinen aktuellen Lebenslauf. Und schon gar nicht auf ihrem Smartphone.
    Sie müsste nun, am Sonntagabend um 22:00 Uhr, ihren Desktoprechner starten und alles neu erstellen. Das ist ihr zu viel Aufwand. 

    Zwei Wochen später bewirbt sie sich bei dem stärksten Wettbewerber, der auf der Karriereseite ein mobil optimiertes Bewerbungsformular anbietet. Hier wird einfach nur die Dauer ihrer Berufserfahrung, die beherrschenden Programmiersprachen und ihr LinkedIn Profil abgefragt.

     

    Tipps für die Bewerbungsphase:

    Um so eine Negativerfahrung gleich von vornherein zu vermeiden und so eure Employer Brand zu wahren, haben wir ein paar bewährte Tipps für dich:

    • Biete mehrere Kontaktmöglichkeiten an
    • Stelle ein mobil optimiertes Bewerbungsformular bereit
    • Nenne eine Ansprechperson, bestenfalls mit Bild
    • Sorge dafür, dass sich Kandidaten auch mobil bewerben können.
    • Teste den Bewerbungsablauf selbst. Und zwar auf deinem Smartphone!
    • Sag genau, welche Unterlagen du erwartest
    • Überlege dir, ob du diese Unterlagen für den ersten Kontakt wirklich brauchst
    • Beschreibe den weiteren Ablauf (wie lange dauert die Bewerbungsphase noch, wann können Kandidaten mit einer Rückmeldung rechnen, etc.)
    • Sende eine Bestätigungsmail

     

    Phase 4: Auswahl

    In der vierten Phase des Recruiting-Funnels geht es darum, die richtigen Mitarbeitenden für dein Unternehmen auszuwählen. Hier wird die Spreu vom Weizen getrennt. Dein Ziel wird es sein, die A-Player zu erhalten. Menschen, die dein Unternehmen wirklich voranbringen.

    Das Ziel: Perfekte Mitarbeitende auswählen

    Fähigkeiten: Kommunikation, Menschenkenntnis, Interviews führen, Einfühlungsvermögen, Verhandlungsgeschick

    In dieser Phase gibt es diverse Methodiken. Der Personal-Experte Jörg Knoblauch schwört auf seinen neunstufigen Einstellungsprozess. Das ist meiner Meinung nach etwas übertrieben, aber hey, das ist dein Ding und natürlich abhängig von deiner Branche, deren Standards und dem Mangel an Fachkräften.

    Es gilt: Je strikter die Selektionsphase, desto besser ist die Chance, die besten Mitarbeitenden einzustellen. Aber eine strikte Selektionsphase ist natürlich ein Luxus, den man sich erst erarbeiten muss, zum Beispiel durch eine geile Karriereseite. Wir helfen dir dabei gern weiter: Kontaktier uns einfach.

    Hast du den Auswahl-Luxus? Dann verläuft die Auswahl in der Regel in mehreren Schritten.

    Als Marketing Agentur haben wir folgende Struktur:

    1. Kurzes Erstgespräch zur Vorqualifizierung (ca. 15 Minuten)
    2. Einladung zum Bewerbungsgespräch (ca. 90 Minuten)
    3. Einladung zum Probearbeiten (einen Tag)
    4. Gespräch über Erwartungshaltung, Ziele & Konditionen (ca. 60 Minuten)
    5. Zusendung des fertigen Vertrags

    In jeder Phase fallen Kandidaten raus. Wir brauchen im Schnitt etwa 50 Bewerbungen, um eine Person einzustellen. Das dauert nach der ersten Ausschreibung etwa 2 bis 3 Monate.

     

    Phase 5: Vertrag

    Glückwunsch! Du hast nun deinen idealen Kandidaten oder deine ideale Kandidatin gefunden und es gilt nur noch, gemeinsam einen Vertrag aufzusetzen, der beide Seiten zufriedenstellt.

    Damit ist es aber nicht getan, denn die Candidate Joruney ist hier noch nicht vorbei. Die wenigsten beachten die 6. Phase dabei: das Onboarding und der Start der Arbeit.

     

    Die vergessene Phase 6: Vertrag und Arbeitsbeginn

    Nach jeder erfolgreichen Rekrutierung von Wunschkandidaten erfolgt das auf Neudeutsch bezeichnete Onboarding und die folgenden ersten Arbeitstage. Viele Unternehmen machen den Fehler, zu glauben, die Phase 5 wäre der letzte Schritt im Prozess der Bewerbenden, doch weit gefehlt!

    In einer Onboarding-Studie von Haufe 2023 kamen teils erschreckende Ergebnisse zum Vorschein:

    • 56 % kündigten wegen falscher Erwartungen an das Onboarding
    • 38 % passte das Team nicht oder es gibt Schwierigkeiten mit der Führungskraft
    • bei 28 Prozent passte der Cultural Fit nicht

    Genau solche Zahlen sind auch der Grund für unsere Kritik am Modell der Recruiting-Funnel.

    Kritik am Recruiting-Funnel

    Der Recruiting-Funnel bildet den Recruiting Prozess als linearen Ablauf ab: Nach der Vertragsunterschrift ist der Prozess vorbei.

    Das Potenzial von neu eingestellten Mitarbeitenden als „Unternehmensbotschafter“ unausgeschöpft. Dabei sind deine bestehenden Mitarbeitenden die besten Recruiter, die du haben kannst! Gute Leute kennen gute Leute.

    Außerdem haben sich viele Spitzenkandidaten beworben, die in dieser Runde nur „Zweitbeste“ waren. Was für eine Vergeudung, sich diese Kandidaten nicht für zukünftige Positionen in einem Bewerberpool anzulegen.

    Du selbst wirst dein Unternehmen niemals so authentisch und glaubhaft empfehlen können wie zufriedene Mitarbeitende. Oder wärst du nicht neugierig, wenn deine Freunde ihren Job so lieben, dass sie ihn dir weiterempfehlen?

    Der Recruiting-Funnel musste also dynamischer werden. Herausgekommen ist das sogenannte Recruiting-Wheel, wozu wir später noch kommen.

     

    Der Bewerberfunnel

    Neben dem Begriff Recruiting-Funnel hast du eventuell auch schonmal vom Bewerberfunnel gehört.

    Auch wenn die beiden Begriffe oft als Synonym gebraucht werden – es handelt sich nicht um dasselbe Konzept. Stattdessen ist der Bewerberfunnel der erste Teil des Recruiting-Funnels.

    Beim Recruiting-Funnel gilt das Einstellen als letzte, ausschlaggebende Handlung. Wenn wir vom Bewerberfunnel sprechen, betrachten wir den Prozess nur bis zum Absenden der Bewerbung. 

    Das zu Beginn vorgestellte Beispiel der Karriereseite ist also deswegen kein Recruiting-Funnel, da die letzte Aktion das Absenden der Bewerbung war. Also war es streng genommen nur ein Bewerberfunnel.ergleich Bewerber- und Recruiting-Funnel

    Unterschied Bewerberfunnel und Recruitingfunnel
    Vergleich Bewerber- und Recruiting-Funnel

     

    Der Social-Recruiting-Funnel

    Auch der eingangs erwähnte Social-Recruiting-Funnel endet mit dem Absenden der Bewerbung. Also sprechen wir auch hier wieder von einem Bewerberfunnel.

    In dieser Variante wirst du über eine sogenannte Recruiting-Ad auf Social Media zu einer mobil optimierten Landingpage geleitet. Diese Landingpage ist meistens in mehrere Schritte unterteilt.

    Social-Recruiting-Funnels können zwar auch mit einem Desktop-PC genutzt werden. Doch da das mobile Endgerät bei Social-Media-Plattformen eine viel größere Rolle spielt, ist es sinnvoll, dass die Funnels primär auf Mobile-Nutzer ausgerichtet sind.

    Beispielaufbau Social Recruiting Funnel
    Beispielaufbau Social Recruiting Funnel

     

    Tools für Social-Recruiting-Funnels

    Um einen Social-Recruiting-Funnels zu erstellen, nutzt du am besten ein entsprechendes Tool. Sie sind einfach und einzig und allein darauf optimiert, potenzielle Kandidaten schnell und einfach durch den gesamten Bewerberfunnel zu führen.

    Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Tools, die infrage kommen und mit denen du solche Recruiting-Funnels aufbauen kannst.

    Tools für Social Recruiting Funnel:
    • Perspective
    • Meetovo
    • Funnel Cockpit
    • Clickfunnels
    • Typeform

    In einer Marktanalyse haben wir mehr als 60 Funnels unter die Lupe genommen. Davon sind ca. 70 % mit Perspective erstellt worden. Auch wir haben inzwischen fast ausschließlich Perspectiv im Einsatz, da es einfach und gleichzeitig sehr mächtig ist.

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    Schritt für Schritt zum Social-Recruiting-Funnel

    Um mit Social-Recruiting-Funnels erfolgreich neue Mitarbeitende zu gewinnen, benötigst du:

    1. Eine klare Zielgruppendefinition: Die Candidate Persona
    2. Eine performante Performance Recruiting Kampagne mit
      1. ➯einer Social Media Kampagne
      2. ➯ einer auffallenden Recruiting Ad
      3. ➯ einem entsprechenden Social-Recruiting-Funnel
    3. Ein gutes Tracking, um Daten zu erheben und zielgerichtet zu optimieren

    Welche Vorteile hat der Social-Recruiting-Funnel?

    Laut Statista brechen viele der Jobsuchenden ihre Bewerbung wieder ab, weil das Bewerbungsverfahren zu umständlich war. Das heißt, dass sich potenziell passende Kandidaten nicht bewerben, weil die Firma sie eventuell mit einem umständlichen Bewerbungsformular in die Verzweiflung geführt hat.

    Ein Social-Recruiting-Funnel kann hier Abhilfe schaffen.

    Weitere Gründe für abgebrochene Bewerbungen

    • Das Bewerbungsverfahren ist zu kompliziert
    • Mobile Bewerbungsmöglichkeiten fehlen
    • Der Bewerbungsprozess dauert zu lange
    • Es werden zu viele Unterlagen angefordert

    Der Einsatz eines Funnels räumt den Großteil dieser Hindernisse mit einem Schlag aus dem Weg. Denn er ermöglicht vor allem eine schnelle und einfache Bewerbung. Teilweise innerhalb weniger Minuten! Außerdem ist diese Art des Bewerberfunnels super interaktiv und kann mit den entsprechenden Tools extrem attraktiv und kreativ gestaltet und auch verändert werden.

    Möchtest du mehr dazu erfahren, findest du hier unseren Ratgeber für Performance Recruiting.

     

     

    Das Recruiting-Wheel

    Das Recruiting-Wheel ist die Weiterentwicklung des Recruiting-Funnels. Dabei wird der lineare Recruiting-Funnel zu einem dynamischen Recruiting-Kreislauf transformiert.

    Das Recruiting-Wheel zielt darauf ab, bestehende Mitarbeitende zu Markenbotschaftern, auch Employee Advocate zu machen. Dazu dient es auch aktuell unpassende Kandidaten für die Zukunft warmzuhalten.

    Um es einfach zu machen, unterteilen wir das Recruiting-Wheel wieder in 2 Varianten:

    • Recruiting-Wheel über bestehende Mitarbeitende als Markenbotschafter
    • Recruiting-Wheel über den Aufbau eines Talent-Pools

     

    Recruiting-Wheel mit bestehen Mitarbeitenden

    Zu dieser Version des Recruiting-Wheels gelangst du, indem du deine bestehenden oder ehemaligen Mitarbeitenden zu Markenbotschafter machst. Das geht in der Regel nur über die Unternehmenskultur.

    Deine Mitarbeitenden sind so glücklich mit dir als Arbeitgebenden, dass sie positiv von dir berichten und damit neue Talente anziehen. Du kannst das natürlich auch aktiv über Vermittlungsprämien fördern, aber ohne eine glückliche Belegschaft wird das nicht nachhaltig sein.

    Wer sich als Führungskraft ernsthaft mit Themen wie Führung und Mitarbeiterzufriedenheit auseinandersetzt, wird früher oder später zu der Erkenntnis gelangen, dass es nichts Effektiveres gibt als eine wertschätzende und gut funktionierende Unternehmenskultur.

    Sie reduziert massiv die Fluktuation und liefert die Grundlage, um bestehende und ehemalige Mitarbeitende zu motivieren, proaktiv für ihren Arbeitgebenden zu werben. Wer irgendwann an diesem Punkt angelangt ist, braucht sich über Fachkräfte keine Sorgen mehr zu machen. Ihr habt den War for Talent gewonnen!

     

    Abbildung Recruiting Wheel Fachkraft
    Das Recruiting Wheel für interne Fachkräfte

     

    Recruiting-Wheel mit potenziellen Talenten

    Zu dieser Version des Recruiting-Wheels gelangst du, indem du mit Talenten verbunden bleibst, die es nicht bis zum Ende geschafft haben. Zumindest die Talente, die potenziell in der Zukunft infrage kommen könnten, wie:

    • noch nicht wechselwillige Talente
    • Initiativbewerbungen, für die du gerade keine Stelle freihast
    • abgelehnte Talente, die zwar gut waren, aber von einer noch besser passenden Person ausgestochen wurden
    • Berufseinsteiger und Juniors, die noch Berufserfahrung benötigen
    • Studenten und Praktikanten, die noch in ihrer Ausbildung sind

    Aus diesen Talenten baust du dir also einen Talent-Pool.

    Dazu gibt es diverse Techniken. In erster Linie über ein CRM, in dem du (nach einer Rückfrage der Speicherung), die Kontaktdaten festhalten kannst.

    Aber auch digitales Marketing kann hier helfen. Beispielsweise in dem du einen Job-Newsletter anbietest und diesen Personen die Möglichkeit bietest, sich dort zu registrieren. Besonders effektiv ist diese Strategie im Zuge des Retargeting-Recruitings.

    Abbildung Recruiting Wheel Talente
    Das Recruiting Wheel für Talente
    Sterin Icon

     

    Tipps zum Aufbau eines Recruiting-Wheels

    • Arbeite mit einem CRM-System, um Kandidaten in verschiedenen Listen zu gruppieren
    • Biete einen Job-Newsletter an, damit potenzielle, aber noch nicht wechselbereite Kandidaten informiert bleiben
    • Sorge durch Remarketing dafür, dass Personalmarketingmaßnahmen aus Phase 1 (Aufmerksamkeit) nicht verpuffen
    • Motiviere bestehende Mitarbeitende durch eine starke Unternehmenskultur dazu, Markenbotschafter zu werden
    • Aktiviere ehemalige Mitarbeitende, indem du zum Beispiel regelmäßig Grußkarten sendest
    • Bitte proaktiv nach Arbeitgeberbewertungen auf Kununu & Co.
    • Biete auch allen unpassenden Bewerbenden einen wertschätzenden, professionellen Bewerbungsprozess, sodass selbst diese positiv über dich sprechen

    Recruiting-Wheel über die Karriereseite

    Zum Abschluss zeige ich dir noch eine geniale Möglichkeit, wie du ein Recruiting-Wheel über deine Karriereseite aufbaust.

    Dazu benötigst du zunächst einmal eine richtig gute Karriereseite. Eine Seite, die deine Vorzüge als Arbeitgeber so schmackhaft macht, dass du im Kandidaten-Gehirn das »Da will ich hin-Zentrum« erreichst.

    Alleine eine solche attraktive Karriereseite reicht schon aus, um deine Rate an Initiativbewerbung (und normalen Bewerbungen) massiv zu steigern, wodurch wieder dein Bewerberpool vergrößert wird.

    Noch besser wird es aber, wenn du auf deiner Karriereseite ein paar Maßnahmen integrierst, die deine Kandidaten in die Interaktion bringen.

    Beispiele hierzu wären:

    • einen Cultural Fit Test, um das Match mit deiner Unternehmenskultur zu prüfen
    • ein kleines Quiz, um das Senioritätslevel des Kandidaten zu prüfen
    • oder einfach nur eine Registrierung für einen Job Alert, wenn eine passende Stelle inseriert wird

    Wie du das schaffst, erfährst du in unserem Ratgeber für die Erstellung einer attraktiven Karriereseite.

    Oder du nimmst einfach mit uns Kontakt auf und ich erzähle es dir persönlich.

     

     

    Großes Icon Bewerbung

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    Punkteraster Daniel Schoch - Strategieberater

    Daniel Schoch

    Geschäftsführung